AUF DEM LAUFENDEN
Wer joggt, ist auf dem kürzesten Weg zu verbesserter Fitness, starker
Gesundheit und einem klaren Kopf. Hier sind Antworten auf die häufigsten
Fragen zum Thema Laufen
WARUM
SOLL ICH ÜBERHAUPT LAUFEN ?
Gäbe es eine Pille, die alle positiven Effekte des Laufens vereinigen
würde, wäre sie wohl das meistgefragte Arzneimittel - und würde
schätzungsweise die Hälfte der Internisten arbeitslos machen. Wer
läuft, reduziert sein Körperfett und seinen Cholesterinspiegel, stärkt
Kreislauf und Immunsystem, fördert die Sauerstoffaufnahme und damit die
Gehirnfunktionen, baut Stresshormone ab und dafür Glücks- und
Kreativitätshormone auf (Endorphine, ACTH). Kurzum: Läufer sind
gesünder, gescheiter und glücklicher als Nichtläufer.
AN WIE VIEL TAGEN IN DER WOCHE
SOLL ICH LAUFEN ?
Gegenfrage: An wie viel Tagen in der Woche wollen Sie sich gesünder,
gescheiter und glücklicher fühlen?
WIE SCHNELL SOLL ICH LAUFEN ?
Wenn Sie vier Schritte lang einatmen und vier Schritte lang ausatmen,
laufen Sie automatisch im gesundheitlich dunkelgrünen Bereich. Ein
Atemrhythmus über jeweils nur drei Schritte darf es an Tagen, an denen
die Zeit drängt, auch mal sein.
WAS SOLL ICH VOR DEM LAUFEN
ESSEN ?
Die letzte Hauptmahlzeit sollte etwa drei Stunden zurückliegen. Fette
und eiweißreiche Speisen allerdings können den Magen auch die doppelte
Zeit beschäftigen. Mögliche Folge: Kurz nach dem Start legt der
Verdauungsapparat rülpsend Protest gegen Ihre Aktivitäten ein. Nach
einem Gänsebraten also lieber noch zwei Stunden warten. Gegen den Hunger
zwischendurch helfen leicht verdauliche Obstsorten (z.B. Äpfel und
Bananen) und Milchprodukte. Noch besser sind Fruchtsaftschorlen im
Verhältnis drei (Mineralwasser) zu eins, die Sie auch noch eine halbe
Stunde vor dem Loslaufen genießen können.
UND
WAS DANACH?
Idealerweise nehmen Sie erst einmal das Glas von eben und mixen sich
erneut eine Fruchtsaftschorle. Jetzt darf sie etwas konzentrierter sein.
Wenn Sie es gut vertragen und mögen, können Sie auch mit Mischungen aus
Sprudel und Buttermilch oder Kefir Ihre Defizite an Wasser, Mineralstoffen
und Kohlenhydraten ausgleichen. ( Wiegen Sie sich einmal vor und nach dem
Laufen, um ein Gefühl für den Schweißverlust zu bekommen. Genau diese
Menge -0,5 kg entsprechen einem halben Liter sollten Sie in Form von
Flüssigkeit aufnehmen.) Etwas später, wenn sich Ihr Kreislauf beruhigt
hat, können Sie Kohlenhydratspeicher in größerem Stil füllen: Essen
Sie, wonach Ihnen der Sinn steht. Auch das ist nämlich der große Vorteil
des Laufens: Wer regelmäßig körperlich aktiv ist, kann sich bedenkenlos
auf seinen Appetit verlassen.
WIE
KLEIDET MAN SICH RICHTIG?
Je weniger Sie mit fortschreitender Kondition Gehpausen einlegen
müssen, desto sparsamer sollten Sie mit der Kleidung umgehen. Wenn Sie
sich bei kühler Witterung schon zum Start behaglich fühlen, sind Sie zu
dick angezogen und erschweren dem Körper unnötig den Hitzetransport.
Zeigt das Thermometer mehr als fünf Grad, reichen für die sich schnell
erwärmende Beinmuskulatur Kurz - Tights aus. Besonders kälteempfindlich
dagegen sind Hände, Hals und Kopf. Deshalb an kühleren Tagen lieber
einmal zu oft Handschuhe, Halstuch und Stirnband oder Mütze nehmen. Warum
viele Jogger Baumwollkleidung tragen, ist eines der großen Rätsel
unserer Zeit. Baumwolle wird nass und bleibt nass. Besser geeignet sind
atmungsaktive Synthetikstoffe, die den Schweiß abtransportieren, aber
keine Feuchtigkeit nach innen durchlassen.
WELCHES LAUFPENSUM IST FÜR
MICH IDEAL ?
Sie haben das richtige Pensum getroffen, wenn Sie sich nach dem Laufen
fiter fühlen als vorher. 30 Minuten täglich gelten für die Optimierung
der Gesundheit als ideal. Bei 15 Minuten lassen sich bereits
Trainingseffekte nachweisen. Wenn Sie noch keine halbe Stunde durchlaufen
können (keinem Einsteiger gelingt dies gleich beim ersten Mal), versuchen
Sie einen lockeren Wechsel von Trab und schnellem Gehen. Diese Methode
garantiert rasante Fortschritte und dadurch einen ständigen Nachschub an
Motivation. Wenn Sie der Erfolg weitertreibt, erhöhen Sie das Tempo
maßvoll das bedeutet nicht mehr als zehn Prozent Steigerung pro Woche.
IST ES BESSER, MORGENS ODER
ABENDS ZU LAUFEN ?
Der Psychologe empfiehlt den Morgen: Je jünger der Tag desto weniger
Ausreden fallen Ihnen ein. Der Physiologe empfiehlt den frühen Abend: Der
Biorhythmus macht uns dann besonders leistungsfähig und wenig anfällig
für Verletzungen. Unser Rat: Hören Sie nicht auf Experten, sondern auf
Ihre innere Stimme - und laufen Sie dann, wenn es ihnen am meisten Spaß
macht
Was bringt mir eine Herzfrequenz-Messuhr ? In aller Regel einen
heilsamen Schock: Beinahe Jeder, der sich einen solchen (ab ca. 150,- DM
erhältlichen) Pulszähler zum ersten Mal umschnallt, ist über die hohen
Werte erstaunt. Fast immer liegen sie über den für Gesundheitsjogger
empfohlenen 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz (Faustformel: 220 minus
Lebensalter). Das ist ein Zeichen dafür, dass man zu schnell läuft. Um
die Werte allerdings richtig einordnen zu können, muss man über längere
Zeit Erfahrung sammeln: über die individuellen Schwankungen seines
Herzschlags, über die Abhängigkeit von der Witterung, vom
Allgemeinbefinden und von der Nahrung. Außerdem ist die Faustformel für
die maximale Herzfrequenz recht unpräzise und kann einen Belastungstest
nicht ersetzen. Ein solcher Aufwand rentiert sich in der Regel nur für
ambitionierte Freizeitsportler, die für Wettbewerbe trainieren wollen.
Für den Gesundheitsjogger reicht die Vier-Schritt-Atemregel vollkommen.
WIE FINDE ICH DEN RICHTIGEN
LAUF-SCHUH ?
Das ist überhaupt kein Problem, wenn Sie den richtigen Schuhverkäufer
gefunden haben. Und den erkennen Sie wie folgt: Er lässt sich Ihre alten
Laufschuhe zeigen oder stellt Sie auf ein Laufband (Anmerkung: bei uns
laufen Sie draußen - ist besser als Laufband, da natürlich!), um Ihren
Stil zu analysieren. Er fragt Sie nach Trainingsumfang, Gewicht, Strecke
und Beschwerden. Er fragt Sie nach Ihrer normalen Schuhgröße, und wenn
Sie 43 sagen, kommt er mit Modellen in Größe 44 (beim Laufen dehnen sich
die Füße aus). Weicht der Verkäufer deutlich von dieser Methode ab,
wechseln Sie das Geschäft.
WIE VERHINDERT MAN
SEITENSTECHEN ?
Wer sich an die Atem-Schritt-Regel hält und zwei Stunden vor dem Lauf
nichts gegessen hat, den wird der lästige Krampf im Zwerchfell nicht
heimsuchen. Wenn er sich doch meldet, bleiben Sie kurz stehen und
massieren leicht die schmerzende Stelle, bis sich der Muskel wieder
beruhigt hat. Oder Sie laufen einfach weiter, ignorieren den Schmerz und
warten auf .Runner's High".
NACH WIE VIEL KILOMETERN SPÜRE
ICH DAS LÄUFER-GLÜCKSGEFÜHL „RUNNER'S HIGH" ?
„Runner's High" ist der Moment, wo der Körper sein
Schatzkästchen öffnet und die Substanzen freilässt, die anderenorts
für viel Geld gehandelt werden: Die Endorphine kitzeln die gleichen
Rezeptoren, die auch Rauschmittel wie Morphium aufnehmen, betäuben
Schmerzen und versetzen den Läufer in ein Gefühl tiefer Zufriedenheit
und Entspannung. Zu diesem Rauschzustand führen zwei Wege, von denen nur
einer für Freizeitjogger zu empfehlen ist: etwa eine Stunde langsam
laufen. Gut trainierten Läufern Öffnet sich das Schatzkästlein früher,
wenn sie sich bis an ihre Leistungsgrenze quälen. Je höher die
Übersäuerung der Muskeln ansteigt, desto mehr Endorphine werden
ausgeschüttet. Eine Suchtgefahr besteht übrigens nicht: Die
körpereigenen Rauschmittel werden im Gegensatz zu synthetisch
hergestellten unmittelbar nach ihrem Kontakt mit den Rezeptoren wieder
abgebaut.
WIE VIEL KALORIEN WERDEN BEIM
LAUFEN EIGENTLICH VERBRANNT ?
Pro Kilogramm Körpergewicht verbrennt der Jogger alle fünf Minuten
etwa eine Kilokalorie, wenn er mit einem Tempo von 12 km/h läuft. Auf die
Tube zu drücken lohnt nicht: Wer 50% schneller läuft, verbrennt nur 25%
mehr.
WIE WEIT MUSS ICH LAUFEN, UM
EIN KILO FETT ZU VERBRENNEN ?
Die traurige Wahrheit: Um den Energiegehalt von einem Kilo Fett –9300
Kalorien- zu verbrauchen, müsste ein 75-kg-Mann 125 Kilometer in 10,5
Stunden laufen. Und es kommt noch schlimmer: Ein nicht an die
Fettverbrennung gewöhnter Körper wird sich die Energie immer zuerst aus
dem Kohlehydratspeicher holen. Denn um Fett in Power umzuwandeln, braucht
der Stoffwechsel mehr Sauerstoff und vor allem bestimmte Enzyme, die sich
nur durch entsprechendes Training bilden. Aber nun die gute Nachricht: Wer
sich die Enzyme einmal aufgebaut hat, verwandelt seinen Körper in eine
gigantische Fettverbrennungsmaschine. Beim Telefonieren, Schlafen,
Sporttreiben bei jeder Gelegenheit wird der Stoffwechsel verstärkt auf
Fettsäuren als Energiequelle zurückgreifen. Der Anfang dieses Fatburn
-Turbo -Trainings ist hart: Sie müssen Ihren Körper regelrecht
zwingen, nicht die bequemen Kohlehydrate zu, verheizen. Das wird er nur
dann tun, wenn Ihre Speicher nahezu leer sind (z.B. morgens vor dem
Frühstück), Sie ausreichend lange laufen (mindestens 40 Minuten) und
trotzdem genügend Sauerstoff für den Stoffwechsel übrig bleibt (langsames Tempo). Lauf-Einsteiger sollten sich an diesem Kraftakt erst
dann versuchen, wenn sie unter normalen Bedingungen bereits eine Stunde
durchhalten.
LÄNGER, SCHNELLER UND ÖFTER -
WIE STEIGERE ICH MEIN PENSUM RICHTIG ?
Tendenziell zuerst länger, dann öfter, dann schneller laufen. Da aber
mit dem Pensum auch die Lust aufs Laufen zunehmen soll, ist eine
abwechslungsreiche Gestaltung die beste Alternative. Zum Beispiel: Weichen
Sie von Ihrer gewohnten Route zweimal pro Woche ab – einmal, um
besonders lange (langsam) zu laufen, einmal, um besonders schnell zu
laufen (dabei unbedingt 15 Minuten im üblichen Tempo ein- und auslaufen).
Pflegehinweise für Ihre
Laufschuhe
Waschen Sie Ihre Laufschuhe möglichst von Hand. Benutzen Sie kaltes
Wasser, einen weichen Schwamm oder eine Bürste und milde Seife. Waschen
Sie Ihre Laufschuhe lieber nicht in der Waschmaschine, denn dabei kann die
Zwischensohle an Funktionalität und das Obermaterial an Haltbarkeit
verlieren. Bei Temperaturen über 30 Grad ist dies sicher der Fall.
ACHTUNG: Die meisten Schuhhersteller akzeptieren Reklamationen
von Laufschuhen nicht, die in der Waschmaschine gesäubert wurden. Nehmen
Sie die Einlegesohlen vor dem Waschen aus dem Schuh, und reinigen Sie
diese separat. Trocknen Sie die Schuhe und Einlagen nicht in der Sonne,
denn sowohl die geschäumte Zwischensohle wie auch die Einlagen können
schrumpfen. Trocknen Sie Ihre Laufschuhe grundsätzlich nicht im
Wäschetrockner. Lassen Sie die Laufschuhe nie nass und ohne Nachbehandlung
trocknen. Stopfen Sie die nassen Laufschuhe mit Zeitungspapier aus und
lassen Sie bei Raumtemperatur trocknen. Laufen Sie nicht mit den
Schuhen, bevor sie ganz trocken sind, ansonsten besteht die Gefahr, dass das Obermaterial ausgedehnt und überstrapaziert
wird. Spielen Sie mit
Laufschuhen nicht Fußball. Ziehen Sie die Laufschuhe nie aus, indem Sie
mit einem Fuß versuchen, den Schuh des anderen Fußes abzustreifen.